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Letzte Änderung: 25.11.2016

 

Schlachtschiff

Tirpitz

 

Technische Daten im Überblick

Kiellegung

24.10.36

Stapellauf

01.04.39

Indienststellung

25.02.41

Bauwerft

Kriegsmarinewerft Wilhelmshaven

Länge

253,6 m ü.A. / 241,7 m KWL

Breite

36 m

Tiefgang

10,61 m max.  /  9,9 m Konstruktionstiefgang

Tonnage

50.425 t  max. 02.1941
53.500 t  max. 1944

Maschinenanlage

3 Satz BBC Getriebe-Turbinen, 3 Schrauben,
12 Wagner-Hochdruck-Heißdampfkessel, 55 atü

Leistung

163.026 WPS  max.

Geschwindigkeit

30,8 kn  max.

Fahrbereich

8.870 sm bei 19 kn
9.280 sm bei 16 kn

Panzerung

300 mm  Gürtelpanzer
145 mm  Zitadelle
  80 mm  Panzerdeck, 100 mm über den Munitionskammern/der Ruderanlage
340 mm Barbetten 38-cm-Türme
360 mm Frontseite 38-cm-Türme
100 mm Frontseite 15-cm-Türme
350 mm Vorderer Kommandoturm

Bewaffnung

  8 x 38,1 cm-Geschütze (L 47)
12 x 15,0 cm-Geschütze (L 55)
16 x 10,5 cm-Flak (L 65)
16 x 3,7 cm-Flak (L 83)
bis zu 78 x 2,0 cm-Flak
8 x 53,3 cm-Torpedorohre
4 Arado Ar 196 - Bordflugzeuge

Besatzung

2.608 Mann, davon 108 Offiziere (1943)

Kommandanten

25.02.41 - 24.02.43  Kpt.z.S. Karl Topp
25.02.43 - 30.04.44  Kpt.z.S. Hans Meyer
01.05.44 - 04.11.44  Kpt.z.S. Wolf Junge (DKG)
04.11.44 - 12.11.44  i.V. Kpt.z.S. Robert Weber (+)

Verbleib

12.11.44 im Alta-Fjord durch britische Bomber


Insgesamt hatte die Tirpitz 1.120 Tote zu beklagen, 971 davon beim Untergang am 12.11.44 .

 


 

Die Einsatzgeschichte im Überblick

Ab März 1941 Erprobung und Ausbildung in der Ostsee

Januar 1942 zusammen mit der Admiral Scheer Verlegung von Wilhelmshaven nach Drontheim

05.03. - 09.03.42 -> Von Drontheim aus erste Feindfahrt in das nördliche Eismeer. Ziel waren die Murmansk-Geleitzüge PQ8 und PQ12, die jedoch nicht gefunden wurden. Ein Angriff britischer Trägerflugzeuge und eines U-Bootes blieben erfolglos. Die Tirpitz lief am 9.3. in die Bogenbucht bei Narvik ein.

__.__.42 - __.03.43  Werftliegezeit im Loofjord

Liegezeit in der Bogenbucht bei Narvik

Liegezeit im Kafjord/Altafjord

06.09. - 07.09.43 -> Operation "Sizilien" mit Scharnhorst, Gneisenau und 9 Zerstörern gegen einen britischen Stützpunkt auf Spitzbergen. Der Stützpunkt wird zerstört.

__.09.43 - __.03.44  Werftliegezeit mit umfangreichen Reparaturmaßnahmen.

05.04.44  42 Trägermaschinen  der Furious und Victorious greifen die Tirpitz im Alta-Fjord an. Das Schlachtschiff erhält 15 Treffer, unter der Besatzung sind 108 Tote und 284 Verwundete zu beklagen.

17.04.44  Erneuter Luftangriff. Die Tirpitz erhält nur einen Treffer, der beide Panzerdecks durchschlägt und im E-Schaltraum als Blindgänger stecken bleibt.

22.08. - 29.08.44  Weitere Luftangriffe folgen

14.10.44  Ein Langstreckenbombergeschwader, aus Rußland kommend, greift die Tirpitz an. Das Vorschiff erhält einen schweren Treffer, so daß das Schiff nicht mehr einsatzbereit ist.

17.10.44 Verlegung in den Sandesund

12.11.44  Angriff von 32 Lancaster-Langstreckenbombern. Die deutschen Jagdflugzeuge starteten zu spät, so daß die erste Welle ungehindert angreifen kann. Sie erzielten bereits 3 Treffer. Die Tirpitz erhielt 60 Grad Schlagseite. Bis auf einige leichte Flak fielen alle Waffen aus. Weitere Bomben rissen die Backbord-Bordwand zum Teil weg, und durch den Wassereinbruch drehte sich das Schiff auf insgesamt 135 Grad und schloß damit den größten Teil der unter dem Panzerdeck befindlichen Besatzung ein. Die Verlustzahlen schwanken. Man geht von 1.204 Toten aus.

 


Bombenangriffe auf die Tirpitz im Überblick:

Datum

Flugzeuge

Ziel

Verluste
Flugzeuge

Trefferwirkung

Verluste Tirpitz

30.01.42

16

Faettenfjord

1

keine

keine

09.03.42

12

vor den Lofoten

2

keine

keine

30./31.03.42

33

Faettenfjord

6

keine

keine

27./28.04.42

41

Faettenfjord

7

keine

keine

28./29.04.42

33

Faettenfjord

2

keine

keine

03.04.44

41

Kaafjord

3

schwere Schäden

122 Tote, 316 Verwundete

17.07.44

44

Kaafjord

2

keine

keine

22.08.44

9

Kaafjord

1

keine

keine

22.08.44

7

Kaafjord

0

keine

keine

24.08.44

48

Kaafjord

2

leichte Schäden

8 Tote, 13 Verwundete

29.08.44

31

Kaafjord

0

leichte Schäden

6 Verwundete

15.09.44

27

Kaafjord

7

Treffer im Vorschiff

8 Verletzte

29.10.44

39

Tromsö

1

Nahtreffer Achterschiff

3 Verletzte

12.11.44

31

Tromsö

1

Versenkung

971 Tote

 

412

 

35 (8,5%)

 

1.101 Tote

 


Die Besatzung

Die Besatzung der Tirpitz bestand etwa aus 2.530 Mann. Sie variierte u.a. auch wegen der unterschiedlichen Fla-Bewaffnung.

 

a) Die Kommandanten

Kpt.z.S. Karl Topp

geboren: 29.09.1895 in Voerde/Westfalen
gestorben: 24.04.1981 in Jever

01.04.39 Kpt.z.S., 01.02.43 KAdm., 01.01.45 VAdm.

14.09.36 - 30.12.40  im OKM
25.02.41 - 24.02.43  Kommandant der Tirpitz
01.03.43 - 15.10.45  im OKM


Kpt.z.S. Hans Karl Meyer

geboren: 01.12.1898 in Stolzenhagen/Brandenburg
gestorben: 23.01.1989 in Hamburg

01.02.41 Kpt.z.S., 01.06.44 KAdm., 16.04.57 FlAdm.

16.07.39 - 15.11.42  Stabsoffizier beim Marinegruppenkommando West
13.12.42 - 17.02.43  Kommandant Leichter Kreuzer Köln 
25.02.43 - 30.04.44  Kommandant der Tirpitz
29.06.44 - 22.07.45  Chef der Operationsabteilung in der Skl
16.04.57 - 31.12.60  Bundesmarine


Kpt.z.S. Wolf Junge

geboren: 
gestorben: 
__.08.43 - 30.04.44  I.Offizier der Tirpitz
01.05.44 - 04.11.44  Kommandant der Tirpitz
06.09.44 Deutsches Kreuz in Gold


Kpt.z.S. Robert Weber

geboren:
gestorben: 12.11.44 beim Untergang der Tirpitz
__.02.41 - __.09.43  I.AO der Tirpitz
01.05.44 - 03.11.44  I.Offizier der Tirpitz
04.11.44 - 12.11.44  i.V. Kommandant der Tirpitz

 

b) Die Offiziere

Erste Offiziere (I.O):
01.1941 - 10.1942  FKpt. Paul Friedrich Düwel
10.1942 - 08.1943  Kapt. z. See Heinz Assmann
08.1943 - 05.1944  Kapt. z. See Wolf Junge (DKG)
05.1944 - 11.1944  Kapt. z. See Robert Weber (+)

Navigationsoffiziere (NO):
02.1941 - 05.1941  KKpt. Werner Köppe
05.1941 - 03.1942  KKpt. Gerhard Bidlingmaier
03.1942 - 02.1944  KKpt. Kuno Schmidt
02.1944 - 04.1944  KKpt. Hugo Heydel
04.1944 - 09.1944  KKpt. Hans-Henning von Salisch
09.1944 - 11.1944  KKpt. Gerfried Brutzer

Erste Artillerieoffiziere (I.AO):
02.1941 - 09.1943  FKpt. Robert Weber
09.1943 - 11.1944  KKpt. Willi Müller (+)

Leitende Ingenieure (LI):
02.1941 - 10.1942  FKpt. (Ing.) Oskar Stellmacher
10.1942 - 09.1943  FKpt. (Ing.) Paul Steinbüchler
09.1943 - 11.1944  FKpt. (Ing.) Alfred Eichler

Flakleiter:
- 11.44  KptLt. Alfred Fassbender (DKG)


 

Ritterkreuzträger

keine

Träger Deutsches Kreuz in Gold

Name, Vorname

Verleihungsdatum

Fassbender, Alfred

18.11.44 als KLt., Flakleiter Tirpitz

Junge, Wolf

06.09.44 als Kpt.z.S., Kdt. Tirpitz

 


Weiterführende Literatur:

Brennecke, Jochen: Schlachtschiff Tirpitz, Heyne Verlag, München, 1981

Breyer, Siegfried: Schlachtschiffe und Schlachtkreuzer 1905-1970, Manfred Pawlak Verlagsgesellschaft, Herrsching

Brown, David: Die Tirpitz, Bernard & Graefe Verlag, Bonn, 1998

Brünner, Adalbert: Schlachtschiff Tirpitz im Einsatz, (Marine-Arsenal Sonderheft Band 6), Podzun-Pallas-Verlag, Friedberg, 1993

Hildebrand, Hans H. / Röhr, Albert / Steinmetz, Hans-Otto: Die deutschen Kriegsschiffe, 10 Bände, Koehlers Verlagsgesellschaft, Hamburg

Koop, Gerhard / Schmolke, Klaus-Peter: Die Schlachtschiffe der Bismarck-Klasse, Bernard & Graefe, Bonn, 1990

Peillard, Leonce: Versenkt die Tirpitz!, Paul Neff Verlag, Wien u.a.

Sweetman, John: Jagd auf die Tirpitz, Koehlers Verlagsgesellschaft, Hamburg, 2001

 

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